Eine „Kurze Geschichte der Zeit des Chaos-Kochens“ oder „How it all started“

 

Eine „Kurze Geschichte der Zeit des Chaos-Kochens“

(weit entfernt von Stephen Hawking)

Das Kochen hat selbst in dieser jungen (und jung gebliebenen!) Gruppe nun schon eine beachtliche Tradition: „2001“ ist nicht nur das Jahr von Stanley Kubricks berühmter Odyssee durch das All, sondern auch der denkwürdige Beginn unserer kulinarischen Zusammenarbeit, die sich eigentlich aus einer Kontroverse um die Qualität der so oft geschmähten englischen Küche ergab. Bei einem Besuch bei „Kostas“ versuchten die drei Mitglieder des Teams, die jeweils längere Aufenthalte im Land der Mintsauce, Fish and Chips und des liebevoll in reinen Wasser gedünsteten Gemüses ohne besorgniserregende Gewichtsverluste überlebt hatten, das vierte – sehr skeptische – davon zu überzeugen, dass der alte Witz, das dünnste Buch der Welt sei ein englisches Kochbuch, jeglicher Grundlage entbehrte. Da die Über-zeugungsarbeit an diesem Abend in Ermangelung essbarer Gegen-beispiele nicht zufriedenstellend verlief, beschlossen wir einen praktischen Beweis anzutreten und uns zu einer „British Dinner Party“ bei Marion, die ja schließlich überzeugt werden sollte, zu versammeln. Dieser 9. Februar 2001 war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft – nicht in Casablanca, sondern an diversen Herden.

Es folgte eine mehr konventionelle, von den kulinarischen Genüssen verschiedener Nationen geprägte „Eingewöhnungsphase“ (britisch, türkisch/griechisch, asiatisch, italienisch, kreolisch, hessisch, karibisch), bei der jeweils an einem Abend ein möglichst authentisches Menü aus mehreren Gängen zusammengestellt (teils mitgebracht, teils gemeinsam produziert) wurde, abgelöst von

einigen eher durch die Jahreszeiten beeinflussten Kochabenden (winterliches Fischmenü, Frühlingsessen).

In dieser Phase kamen die „Meisterköchinnen“ zu dem Schluss, es müsse – im wahrsten Sinne des Wortes – etwas mehr Würze her,

die Kochevents müssten etwas abenteuerlicher, unberechenbarer gestaltet werden. Sie sollten also fortan von mehr Spontaneität und

Chaos bestimmt sein und darum gewisse Überraschungselemente beinhalten. Wir wollten kreativ sein ! Wozu bereits vorab bestimmen, was zu kochen sei ? Wie langweilig, die Menüfolge schon vor dem Begrüßungssekt zu kennen! Wir wollten „aus dem Bauch heraus“ spontan entscheiden. Und so entstand – nach einer weiteren Flasche Wein – die Idee, jede solle je eine Zutat mit den Anfangsbuchstaben unserer Vornamen zum nächsten Treffen mitbringen: Dies war die Geburtsstunde des „GUAM-Abends“.

In der nächsten Zeit trafen wir eine „persönlich geprägte“ Buchstabenauswahl, indem wir zum Beispiel die Anfangsbuchstaben erster Freunde oder Geburtsnamen der Kinder auswählten. Später gingen wir dazu über, die Buchstaben im Stadt-Land-Fluß-Prinzip auszulösen – das ultimative Chaos sozusagen, jedoch noch nicht die ultimative Kreativität.

Es begann unsere „lyrische Phase“. Als Steigerung unserer künstlerischen „Ambitionen“ versuchten wir, die Stimmung und die Zutaten des Abends poetisch miteinander zu verbinden. Je später und gehaltvoller der Abend, desto gewagter unsere dichterischen Freiheiten und desto origineller das „Reimprodukt“.

When shall we four meet again?

In kitchen, pub, but not in vain!

Diese frei nach Shakespeare formulierte Hoffnung, dass uns in Zukunft noch viele kreative Dinge einfallen und wir niemals ohne neue spontane Ideen sein mögen, soll diese kurzen historischen Betrachtungen – vorerst –abschließen.

 

 

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